Archiv für die Kategorie „Kunst“

Ästhetisches Know-how. Sprache – Technologie – Medialität

Donnerstag, 4. Februar 2010

 
Für ihr zweijähriges Forschungsprojekt “Ästhetisches Know-how. Sprache – Technologie – Medialität” führten Wissenschaftlerinnen des Instituts für systemische Medienforschung – LOOP. in Wien 15 Interviews mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der ästhetischen Gestaltung von Texten beschäftigen.

“Erleben Sie Sprache mit allen Sinnen! Jedes Sprachmedium zeigt auf seine Weise, dass die sinnliche Erfahrung der Wirklichkeit die Grundlage der sprachlichen Abstraktion ist. Stimme, Schrift, Tonaufzeichnung und Video sind sowohl das Thema der Studie als auch die Medien des Forschungsprojekts. Sehen, hören und begreifen Sie selbst!


“Grundsätzlich werden Texte in sechs Sprachmedien gestaltet und wahrgenommen”, erklärt Projektleiterin Katharina Gsöllpointner gegenüber derStandard.at. Dazu gehören Stimme, analoge und digitale Aufzeichnung der Stimme, Handschrift, Druckschrift und Digitalschrift. Die Wahrnehmung von Texten passiert “multimodal”, das heißt in diesem Fall mit fünf Sinnen. Schriftliche Texte werden also nicht nur visuell, sondern zum Beispiel auch auditiv oder haptisch wahrgenommen, mündliche Texte etwa auch in ihren kinästhetischen (“fließend”) oder visuellen Eigenschaften (“dunkle Stimme”). “KünstlerInnen nutzen diese Wahrnehmungsmodalitäten, um bestimmte Aspekte der Textbedeutung durch Medien, Materialien und Techniken ‚aufzuladen‘”, erklärt Gsöllpointner. “Sie tun dies besonders, indem sie ihre Texte und Kunstwerke medienreflexiv gestalten.”

 
Die Forschungsergebnisse lassen sich mit allen Sinnen auf der Projekthomepage www.sprachmedien.at aktiv ausprobieren und genießen.

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Text To Speech

Montag, 3. November 2008

Wieder ein Beitrag aus der Kategorie Sprachtechnologie und Kunst. Nach dem dichtenden Spracherkenner nun die tanzende TTS:

tts1.jpg

In seinem neuen Stück Text to Speech lässt der Genfer Choreograf Gilles Jobin via Sprachsynthese in mehreren Sprachen Nachrichten aus dem Internet vorlesen und erzählt so “wie Sprache und Technologie auf Kunst einwirken.” (ballettanz 06/08) Während der Tanzperformance hört das Publikum keine aufgezeichneten, sondern live synthetisierte Texte. Die so gewonnene Flexibilität erlaubt es, die Beiträge täglich zu aktualisieren, anzupassen und zu manipulieren:

Das Spiel mit den verfälschten Aussagen erzeugt eine Intrige zwischen Humor und Unbehagen. Mit scharfsinniger Abstraktion und hypnotischer Poesie hinterfragt der Choreograf die Auswirkungen aktueller Nachrichten auf den Zuschauer, deren Körper, deren Psyche, und spielt dabei mit Anschein und Wahrnehmung, mit Wirklichkeit und Fiktion.” (Dampfzentrale Bern)

Zu sehen und zu hören ist Text To Speech noch vom 5. bis 7. November im Theaterhaus Gessneralle, Zürich.

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