Archiv für die Kategorie „Sprachtechnologie“

Hej! Anna, der IKEA-Avatar

Montag, 21. Juni 2010

 
Die virtuelle Kollegin beantwortet 24 Stunden am Tag Kundenanfragen



Der Avatar Anna von IKEA gehört zu den dienstältesten in Deutschland. Noch immer wird der Nutzer auf der aktuellen IKEA-Seite an mehreren Stellen auf Anna aufmerksam gemacht. Nach all den Jahren noch so präsent – Anna scheint beliebt und prominent zu sein!
Doch eine Recherche nach Erfahrungsberichten lässt schnell ein anderes Bild entstehen: Anna ist eher unbeliebt und wird bestenfalls belächelt. Nahezu kein Erfahrungsbericht handelt von einer erfolgreichen Interaktion.

 

Ernsthafte Versuche mit Anna Aufgaben zu lösen enden häufig mit der Verzweiflung der Nutzer.

Viele Erfahrungsberichte beziehen sich auch weniger auf ernsthafte Anfragen, sondern auf Versuche, mit Anna Small Talk zu betreiben. Sicher, für einen Avatar eher nebensächlich – aber da die Grenzen zwischen sachlichen Anfragen und Small Talk fließend sind, muss auch dies zu einem gewissen Grad abgedeckt sein. Dass Anna auch hier eher weniger gut abschneidet, zeigt ein unterhaltsames Beispiel, bei dem Anna den Geburtstag eines Kunden standhaft ignoriert.

 

Ob die Nutzerurteile wirklich gerechtfertigt sind, soll ein kurzer Test zeigen.


 
Aufbau

Anna entspricht äußerlich dem schwedischen Klischee: Sie ist hellblond und strahlt Freundlichkeit und Offenheit aus. So ist man sofort mit ihr per Du. Anna trägt Dienstkleidung – das rückt das Inhaltliche stärker in den Vordergrund und animiert den Nutzer dazu, schnell zum Wesentlichen zu kommen. Die Mimik ist zwar nicht variantenreich, orientiert sich aber erkennbar am Text.

 

Gleich zwei Mal wird auf der Index-Seite auf Anna hingewiesen. Wird sie mit einem Maus-Klick aktiviert, öffnet sich ein separates Dialog-Fenster:

 

 

Dieser Aufbau erweist sich als sehr unpraktisch, denn Anna verweist während des Dialogs öfters auf Elemente der Webseite. Doch aktiviert man daraufhin die Webseite, verschwindet das Dialog-Fenster – und umgekehrt. Eine wenig praktikable Handhabung. Für den folgenden Versuch wurde daher das Web-Fenster entsprechend verkleinert und das Dialog-Fenster direkt daneben platziert.

 

Integration von Dialog und Navigation

Der Dialog wird begonnen mit einer einfachen Frage nach Kleiderschränken:

 

Nutzer: Hallo, ich brauche einen neuen Kleiderschrank.
Anna: Hier findest Du eine Übersicht unserer Kleiderschränke.

 

Anna versteht also und öffnet die Seite für Kleiderschränke. Doch leider ist dies nicht sofort erkennbar: Ins Auge fällt als erstes eine Werbung für Klapptische, so dass der Nutzer annehmen muss, die Interaktion ist misslungen:

 

 

Nur der farbige Schriftzug “Kleiderschränke” links unten in der Navigationsleiste weist auf das gewünschte Resultat hin.

 

Kontextbezug und Expertenwissen

Die richtige Seite ist gefunden – aber da man Anna angeblich alles fragen kann, und eine Beratung mehr umfasst als das Auffinden von Seiten, wird die nächste Frage gestellt:

 

Nutzer: Welcher Schrank ist denn für einen Single besonders geeignet?
Anna: Auf unserer Webseite findest Du eine Übersicht unserer Kleiderschränke und Garderoben.

 

Sicher kann diese Antwort so interpretiert werden, dass sie in den Dialog passt – besonders hilfreich ist jedoch nicht.

 

Anna kann also anscheinend keine Detailfragen beantworten, vermutlich weil ihr zweierlei fehlt: Erstens das dafür erforderliche Expertenwissen und zweitens die Fähigkeit, einen Kontextbezug herzustellen. Dies wird besonders deutlich, wenn das Keyword “Schrank” weggelassen wird:

 

Nutzer: Nein, welcher davon ist für Singles geeignet?
Anna: Hin und wieder passiert es, dass ich etwas nicht verstehe, und jetzt gerade ist das der Fall. Dennoch, deine Eingabe wird in meine Weiterentwicklung einfließen.

 

Kontextbezogenheit und Expertenwissen sind zentrale Elemente eines Dialogs. Gleichzeitig sind sie sehr aufwendig zu realisieren. Expertenwissen muss mühsam erstellt, ins System eingepflegt und dort verknüpft werden. Linguistisches Wissen zur Detektion von Kontextbezogenheit muss dem System ähnlich mühsam beigebracht werden. Realistisch gesehen ein viel zu hoher Aufwand für einen eher selten gebrauchten Avatar.
Daher muss klar sein: Welchen Zweck soll der Avatar schwerpunktmäßig erfüllen? Und in welchen bereichern macht es Sinn, Aufwand zu investieren?

 

Ein gut gepflegter Themenbereich bei Anna scheinen die Öffnungszeiten zu sein. Hier läuft der Dialog recht natürlich ab, da auch Kontextwissen simuliert wird:

 

Nutzer: Wie sind denn die Öffnungszeiten meiner Filiale?
Anna: Von welchem IKEA Einrichtungshaus möchtest du die Öffnungszeiten erfahren?
Nutzer: In Berlin.
Anna: Zu welchem Einrichtungshaus in Berlin darf ich dir weitere Informationen geben: Tempelhof, Waltersdorf oder Spandau?
Nutzer: Tempelhof.
Anna: Information über IKEA Berlin Tempelhof findest du auf dieser Website.

 

Dass es sich bei der Kontextbezogenheit um eine Simulation handelt, wird deutlich, wenn “Tempelhof” direkt eingegeben wird – dann gibt Anna die gleiche Antwort. Sie merkt sich also nicht, dass der Nutzer zuvor nach Öffnungszeiten und anschließend nach Berlin gefragt hat.

 

Synonyme

Die Beispiele machen deutlich, dass Anna nach einem einfachen Prinzip vorgeht: Keyword-Spotting. Aus dem Nutzer-Input werden bekannte Keywords herausgefiltert und dann eine Suchanfrage angestoßen – wie man es von gängigen Suchmaschinen kennt. Realistisch betrachtet ist daran nur wenig auszusetzen, denn wegen des hohen Realisierungsaufwandes gehören Kontextbezug und Expertenwissen eher zur Kür eines heutigen kommerziell eingesetzten Avatars.

 

Doch auch mit reinem Keyword-Spotting können theoretisch Erfolge erzielt werden. Ein wertvoller Zusatz ist hier der Einbezug von Synonymen: Zu jeder Anfrage werden Synonyme ermittelt und entsprechende Mehrfach-Suchanfragen gestellt. So erhält der Nutzer z.B. Informationen zu Sofas – unabhängig davon, ob er nach “Sofa” oder oder nach “Couch” fragt. Dies funktioniert so auch bei Anna.

 

Doch Synonyme sind mehr als nur das einfache Austauschen von Wörtern. Synonymie kann sich auch auf Wortketten bis hin zu ganzen Eingaben beziehen, was den Gegenstandsbereich wesentlich anspruchsvoller werden lässt. Um hier Annas Fähigkeiten zu testen, wurde anstelle von “Kleiderschrank” Folgendes eingegeben:

 

Nutzer: Ich brauche etwas, um meine Kleidung aufzuhängen.
Anna: Kannst du mir bitte genau sagen was dir fehlt, damit ich dir weiterhelfen kann?

 

Die Antwort von Anna entspricht nicht den Erwartungen – dabei handelt es sich hierbei um eine in der Praxis realistische Formulierung, die nicht nur die Kleiderschränke mit einschließt, sondern z.B. auch die frei stehende Kleiderstange von IKEA. Offenbar reduzieren sich Synonyme bei Anna eher auf einzelne Worte und weniger auf Wortfolgen.

 

Fazit

Den recherchierten Nutzerurteilen zufolge und nach den Ergebnissen dieses kurzen Tests beschränken sich die Fähigkeiten von Anna eher auf das Herausfiltern von einzelnen Keywords, wobei auch synonyme Formulierungen nicht ausreichend abgedeckt sind. Als Trost für Anna sei darauf hingewiesen, dass heute die meisten kommerziell eingesetzten Avatare über keine weiterreichenden Fähigkeiten verfügen. Auffällig ist im Allgemeinen, dass die Avatare im Bereich Small-Talk über einige “Fähigkeiten” bzw. ausgefeiltere Simulationen verfügen – wohl weil Nutzer dazu neigen, einem Wesen, das Anspruch auf menschliche Eigenschaften erhebt, auf seine Menschlichkeit hin zu testen. Positiv betrachtet ist dies ein erster Schritt hin zu einem natürlichen, virtuellen Gesprächspartner.

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Der neue voice compass ist da – update!

Montag, 11. Januar 2010

 
Jetzt ist er auch bei uns im Büro angekommen:

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Auf 783 Seiten findet man alles rund um Sprachtechnologie, Unified Communications und das Voice Business – inklusive Firmenporträt der Lautmaler und zwei unserer Whitepaper.

 

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Der neue voice compass ist da!

Montag, 21. Dezember 2009

 

Auf mehr als 780 Seiten bietet das Fachbuch verständliche Informationen und Erklärungen rund um Sprachanwendungen, Mobile Marketing und Sicherheit von Anwendungen mit IP und VoIP.

 

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Gespickt mit Praxisbeispielen und ergänzt um Firmenprofile und Vergleichstabellen ist der voice compass DAS Standardwerk für Entscheider und Manager der Kommunikationswelt. Schwerpunkt ist das Trendthema Unified Communications (UC). Der voice compass lichtet den Dschungel der Definitionen und stellt das umfangreiche Thema neutral, transparent und klar verständlich dar. Die Mitarbeit und Unterstützung internationaler Experten wie Don van Doren, Marty Parker und Nicole Dufft garantiert einen hohen Nutzwert durch praxisorientierte Anwendungsbeispiele und weitreichendes Expertenwissen.

 

 

Auch das Team der VOICE Community und die LAUTMALER haben den voice compass tatkräftig unterstützt. Jens Klemann, Bernhard Steimel, Manja Baudis und Zeno Wolze haben als Spezialisten auf ihrem Gebiet Texte, Beispiele und Praxiswissen für mehrere Kapitel des Buches geliefert.

Die Lautmaler erklären im voice compass den „Weg zum effizienten Dialog“ und erläutern die Bedeutung der „Natürlichkeit von Sprachanwendungen“. „Mobile Marketing“, der Einsatz von Kommunikations- und Sprachanwendungen zu Werbezwecken auf Mobiltelefonen, ist auch unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Anhand von Praxisbeispielen, wie dem Poldi-Fon, einem Gewinnspiel des 1. FC Köln, erläutern Jens Klemann und Bernhard Steimel im voice compass die Möglichkeiten, den Markt und die Zielgruppe für mobiles Marketing.

 

Bestellen kann man den voice compass – (R)Evolution in der Kommunikation im online Shop unter www.voice-compass.com.

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Speech2Text und Open Prompting – Geht der Trend zur freien Eingabe?

Donnerstag, 19. November 2009

Die diesjährigen VOICE Days plus haben es an den Tag gebracht: Der Trend geht zur frei gesprochenen Eingabe. Bestes Beispiel war die vorgestellte Sprachbox: Der Anrufer hinterlässt eine Nachricht wie auf einem Anrufbeantworter – dabei wird seine Äußerung nicht nur aufgezeichnet, sondern auch mithilfe von Speech2Text-Technologie verschriftet und anschließend analysiert und weiterverarbeitet. Aber nicht nur das Erstarken von Speech2Text unterstreicht diesen Trend, auch die klassischen Dialogsysteme setzen, wieder einmal, verstärkt auf die freie Eingabe.

Reine Speech2Text-Technologie ist für den Anrufer unsichtbar, vermag allerdings die Prozesse in der Regel nur zu teil- und nicht voll zu automatisieren. Dennoch: Findet sich in diesem Ansatz das Optimum im Spannungsfeld zwischen Kundenfreundlichkeit auf der einen und Kosteneinsparungen auf der anderen Seite? Oder werden auch die Dialogsysteme weiterhin bestehen – und wenn ja, wie? Ist der freie Dialog die Antwort auf kundenseitige Akzeptanzprobleme, vermag er die potentielle Kluft, die bei Dialogsystemen zwischen Schnelligkeit und (Erkennungs-)Sicherheit immer bestand, zu überwinden?

Der Vorteil von frei gestellten Fragen liegt auf der Hand: Der Nutzer kann sein Anliegen in eigenen Worten formulieren und muss sich nicht an den Vorgaben eines Dialogsystems orientieren. Zugleich gelangt er schneller, im Idealfall direkt, an sein Ziel und nicht über mehrstufige Etappen. Doch jeder, der sich einmal näher mit Dialogsystemen beschäftigt hat, weiß, wie viel investiert werden muss, damit ein solches System zuverlässig funktioniert. Der Aufwand liegt hier vor allem im Aufbau des Sprachmodells, bei statistischen Modellen im Sammeln und Verarbeiten von Daten. Und entgegen landläufiger Vermutungen wird immer noch ein Dialog-Design benötigt – um den Nutzer zum freien Sprechen zu animieren, für nachgelagerte Interaktionsschritte und für eine alternative Dialogstrategie, falls der freie Dialog misslingt. Der Aufwand ist also vergleichsweise hoch, dafür kann das System aufgrund der offenen Struktur sehr viele Anfragen abbilden. Und nicht zuletzt ist der freie Dialog, sofern er denn funktioniert, der kundenfreundlichste Weg.

Doch hält der freie Dialog, was er verspricht? Vor einigen Jahren ist der freie Dialog schon einmal verstärkt angewendet worden – teils mit gutem, teils mit mäßigem Erfolg. Hat sich die Technologie bzw. die Erhebung und Verarbeitung der zugrunde liegenden Daten inzwischen allgemein verbessert? Oder bergen Systeme mit offenen Fragen weiterhin zu viele Risiken?

Die Alternative wäre, den Dialog stärker zu führen – also mehr Sicherheit, dafür weniger Schnelligkeit. Hier können Design-Techniken in hohem Maße dazu beitragen, dass der Nutzer den Dialog nicht als langwierig empfindet – und auf diese Weise sowohl Sicherheit als auch Schnelligkeit gewährleisten. Trotz aller Versuche der letzten Jahre, die Wichtigkeit von Dialog-Design zu betonen, scheint heute wieder die Lösung in der Technologie gesucht zu werden. Woran liegt das? Wurde Dialog-Design nicht häufig genug professionell praktiziert? Oder ist die Technologie bzw. der Umgang mit der Technologie inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie tatsächlich eine solide Lösung darstellt?

Werden Dialogsysteme neben modernen Lösungen wie Speech2Text weiter bestehen? Und wenn ja – wird sich der freie Dialog durchsetzen?

***

Wird sich der freie Dialog durchsetzen?





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Embedded Speech – Nutzen und Herausforderungen

Donnerstag, 27. August 2009

“Embedded Speech” bezeichnet den Einsatz von Sprachtechnologie auf zumeist mobilen Endgeräten mit verminderter Kapazität. Die bei Weitem häufigsten Anwendungsbereiche sind die Bereiche Automotive und Mobile. Die speziellen Nutzungssituationen, die mit diesen Bereichen einhergehen, lassen den Einsatz von Sprachtechnologie sehr wertvoll aber auch zu einer sehr großen Herausforderung werden.

Im Automobil ermöglicht der Einsatz von ASR und TTS eine typische hands-free, eyes-free Situation. Der Fahrer kann sich weiterhin dem Verkehr widmen, die Konzentration wird durch die Sprachsteuerung zwar beeinträchtigt, aber in weit geringerem Maße als dies bei einer GUI-basierten Steuerung der Fall wäre, wo visuelle Systemrückmeldungen und manuelle Eingaben im Spiel sind.
Da die Sprachsteuerung im Automobil ganz klar die sekundäre Aufgabe darstellt (die primäre ist das Fahren) muss die Sprachtechnologie auch entsprechend darauf ausgerichtet sein. Dialoge müssen sehr einfach gehalten sein, um die kognitive Belastung gering zu halten. Idealerweise sollte der Dialog auf nur einen Interaktionsschritt reduziert werden (One-Shot) – wodurch sich die Herausforderungen vom Dialog-Design in die Technologie verschieben.

One-Shot-Erkennung ist auch unter günstigsten Bedingungen eine große Herausforderung, im Automotive-Bereich kommt jedoch noch das erhöhte Risiko der Nebengeräusche hinzu, wie die Gespräche der Mitfahrer, die Geräusche der Klimaanlage oder der Verkehrslärm. Abhilfe schaffen hier verschiedene Techniken, angefangen bei der Mirkofontechnik: Die Richtcharakteristik des Mirkofons und seine Positionierung im Fahrzeug lassen eine verstärkte Konzentration auf den Sprachschall des Nutzers zu. Usability-Elemente wie Push-to-Talk Buttons oder eine intelligente Kopplung mit einem GUI bringen weitere Stabilität.

Eine weitere Herausforderung von Embedded Speech im Allgemeinen ist die verminderte Kapazität der Endgeräte. Gerade bei großem Vokabular, wie es mit einer One-Shot-Erkennung einhergeht, werden oft die Grenzen erreicht. Hier gibt es Ansätze, die Embedded-Technologie mit serverbasierter Technologie zu vermengen. So beschreibt zum Beispiel Mario Ellebrecht in einem Interview mit der VOICE Community einen Ansatz, bei dem zunächst nur der Audiostream erfasst wird, der dann via via GPRS- oder UMTS-Datenverbindung zu einem Spracherkenner auf einem Internetserver gesendet wird. Allerdings stellen die recht hohen Latenzzeiten und der Umstand, dass viele Netzbetreiber bemüht sind, Sprachübertragung über ihre Datendienste zu unterbinden, große Hürden dar.

Einen weiteren Ansatz stellt die sogenannte Distributed Speech Recognition (DSR) dar. Im Zuge des Aurora-Projektes
des European Telecommunications Standard Institute (ETSI) wurden Standards für eine Frontend-Verarbeitung entwickelt, bei der das Sprachsignal zuerst vorverarbeitet wird, bevor es an einen serverbasierten Spracherkenner gesendet wird. Bei dieser Vorverarbeitung wird das Signal nicht nur digitalisiert, sondern so weit verarbeitet, dass die Vorverarbeitung im Spracherkenner nicht mehr durchlaufen werden muss. Dies vermindert die Störanfälligkeit des Signals und erlaubt vor allem spezielle Kompressionsmechanismen, die das Problem der Latenz weiter begrenzen.

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Optimierungsmaßnahmen im Kundenservice – Was leisten Twitter & Co.?

Donnerstag, 27. August 2009

Viele Marketer sehen Twitter derzeit vor allem als Informationsquelle für Stimmungen, Meinungen und Vorlieben seiner Teilnehmer. Doch einige Unternehmen haben das Potential von Instant Messaging Diensten und Microblogging für die Optimierung und Individualisierung ihres Kundenservices erkannt. Denn derartige Dienste liegen nicht nur im Trend und bedienen die “neuen” Vorlieben der Kunden, sondern sind darüber hinaus eine kostengünstige Methode, individualisierte Kundenkommunikation zu ermöglichen. “Im Durchschnitt betragen die Kosten für eine Interaktion über Instant Messaging ein Zehntel der Kosten für Interactive Voice Response (IVR) und nur ein Tausendstel der Kosten für einen Anruf über einen Live-Agenten.” (laut Pressemitteilung von Voxeo zur Übernahme des IM-Plattformbetreibers IMified)

Doch die schlichte Einführung eines weiteren Kontaktkanals zur Kostenoptimierung reicht bei weitem nicht aus. Das konnte über die letzten Jahre hinweg am sprachautomatisierten Kundenservice hinlänglich beobachtet werden. Noch immer haben Sprachdialogsysteme mit ihrem schlechten Image zu kämpfen: “Voice Portale sind der absolute Tiefpunkt in der Unternehmen-Kunden-Interaktion. [...] Das schlimmste ist die Spracherkennung, wenn man mit dem Automaten auch noch reden muß! ” (so ein zu unserem Gründerszene-Artikel: Voice Portale im telefonischen Kundenservice)

Wie also lassen sich derartige Dienste sinnvoll einsetzen und in die bestehende Kundenservice-Struktur einbetten?

Optimale Integration und kundenorientierte Flexibilität sind gefragt: Der Kunde muss die Möglichkeit haben, den Kommunikationskanal nach seinen Vorlieben und Bedürfnissen frei wählen zu können. Und dabei muss er sicher sein können, dass sein Anliegen und seine bisherige Interaktionshistorie präsent sind.

Wichtig bleibt deshalb eine zentrale Wissensbasis im Kundenservice. Sie stellt sicher, dass Kundeninformationen durch Kanalwechsel nicht verloren gehen und konsistent über alle Kontaktkanäle erhalten bleiben. Gleichzeitig kann sie als Unterstützung zur Lösungsfindung für die eigenen Service-Mitarbeiter genutzt werden.

Und welche Vorteile und Risiken bringen die neuen Kommunikationsformen mit sich?

Unternehmen profitieren von der “Mitarbeit” ihrer Kunden in Blogs, Foren oder Wikis. Einerseits lassen sich damit Kundenmeinungen über Produkte oder das Unternehmen einfangen und für die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen nutzen. Andererseits bedeutet die Selfservice-Komponente, die sich aus dem Austausch der User untereinander ergibt, Kosteneinsparung im Kundenservice. Gleiches gilt für die aktive Nutzung der Web2.0-Angebote, wenn z.B. Callcenter-Agenten “neben dem Kerngeschäft zeitgleich über Instant Messenger im Live-Chat oder per Twitter nach Lösungsmöglichkeiten suchen und beratend zur Verfügung stehen.” (Conrad Rentsch im Interview der VOICE Community)

Doch der Twitter-Spaß hat auch seine Grenzen. Zum einen leidet die Transparenz in der Web2.0-Welt, wie der “Blog-Skandal” der Deutschen Bahn belegt hat. User von Social Communities bringen sich meist großes Vertrauen entgegen und hinterfragen selten, wer tatsächlich hinter welchem Tweet oder Blog steckt. So konnte die Deutsche Bahn vorproduzierte Blog- und Forenbeiträge veröffentlichen, ohne dass sie als Auftraggeber erkennbar war. Zum anderen stehen die Unternehmen vor der großen Herausforderung, aus der Informationsflut die für sie relevanten Daten zu ermitteln, auszuwerten und zielgerichtet in der Kundenkommunikation einzusetzen. Und genau hier kommen auch wieder Sprachtechnologien ins Spiel, v.a. semantische Technologien zur Auswertung und Aufbereitung der Informationen.

Relevant werden aber auch Sprachtechnologien, die die Interaktion mit Mobiltelefonen vereinfachen. Twitter bietet mit TwitSpeex mittlerweile die Möglichkeit, Tweets aufzusprechen und die aufgezeichneten Audio-Files im Twitter-Account zu veröffentlichen. Allerdings entziehen sich diese zunächst jeglicher Weiterverarbeitung. Gefragt wären also an dieser Stelle Spracherkennungssysteme.

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Was ist denn mit: “Mach mal dat Fenster hinter rechts ‘n Spalt auf!”?

Dienstag, 18. August 2009

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Die LAUTMALER im Magazin für Gründer

Donnerstag, 4. Juni 2009

Was können wir für Sie tun? – Voice Portale im telefonischen Kundenservice – ein Artikel der Lautmaler auf gruenderszene.de.

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voice compass international 2008/2009 – seit Mai erhältlich

Dienstag, 26. Mai 2009

Das Kompendium voice compass erklärt die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten von Sprach- und Sprechererkennung, automatischen Telefonsystemen und anderen Sprachanwendungen. Technologien werden entmystifiziert und die relevanten Hersteller genannt, außerdem erhält der Leser klare Empfehlungen zum Einsatz von Sprachapplikationen. Das Ergebnis: ein einmaliger Mix aus Marktstudie, Beraterwissen, Herstellerübersicht sowie verschiedenen Basiskalkulationen und Real-Life-Scenarios.

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Der voice compass international 2008 / 2009 ist in englischer Sprache verfasst und richtet sich an internationale Leser. Mehr als 500 Unternehmen rund um den Globus sind vertreten und Vorworte von Microsoft und Intervoice sowie die Mitarbeit renommierter Voice-Experten – unter ihnen Judith Markowitz, Bruce Balentine und Bill Meisel aus den USA – garantieren internationale Wirksamkeit und Relevanz.

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Das Lautmaler Testcenter

Montag, 25. Mai 2009

Im Test:

1. Der paperium Digital Pen und die Handschrifterkennung

Für den VOICE Community Newsletter zum Thema OCR und Handschrifterkennung starteten die LAUTMALER den Selbstversuch mit dem Paperium Digital Pen: Das Paperium schlägt zurück. Willkommen in der JOKE Community!

2. Sophie, die Virtuelle Mitarbeiterin von The Selfservice Company

Sophie, die Virtuelle Mitarbeiterin von The Selfservice Company, ist ein virtueller Berater der neuesten Generation. In den Niederlanden schon seit längerer Zeit in verschiedenen Unternehmen erfolgreich im Einsatz beantwortet sie dort rund vier Millionen Fragen pro Monat mit einer Erkennungsrate von 90 Prozent. Nun ist sie als Beta Version auch in Deutschland beratend tätig.

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